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Furiose Zeitreise, furiose Premiere

Helmut Frangenberg über „Baha und die wilden Siebziger“

„Kann man aus einem gescheiterten Arbeitskampf, der mehr als 50 Jahre zurückliegt, ein Musical machen? Wer Zweifel am Ziel des neuen Projekts von Nedim Hazar hatte, konnte sich im Comedia-Theater eines Besseren belehren lassen. Der Schauspieler, Sänger und künstlerische Leiter des Sanat-Ensembles hat zusammen mit Regisseur Tony Dunham die mitreißende und sehr unterhaltsame Zeitreise inszeniert. Eine erstklassige Band um Schlagzeuger Klaus Mages spielt sich mit Janis Joplin, David Bowie, Hannes Wader und türkischer Volksmusik durch ‚die wilden Siebziger‘.“

So beginnt Helmut Frangenberg seine Rezension in der Kölner Stadt-Anzeiger über die umjubelte Premiere von unserem Musical im restlos ausverkauften Roten Saal des COMEDIA Theaters Köln am 10.10.2025. Und Ananda Kordes von der Rheinischen Post schrieb:

„Der Abend ist mehr als Theater, mehr als Nostalgie. Es ist eine Wiederbegegnung mit einer Geschichte, die nie wirklich erzählt wurde – und mit einer Gastarbeiter-Generation, die Deutschland mitaufgebaut hat, aber lange unsichtbar blieb. Doch durch das Sanat-Ensemble hat sie jetzt eine Stimme. Rund 25 Akteurinnen und Akteure – Schauspieler, Musiker, Zeitzeugen und ein Frauenchor rollen facettenreich das Leben ihrer türkischen Landsleute von damals auf. Unter ihnen: Seyfo Kurt, der selbst 1973 bei Ford mitstreikte. Wenn er von den Schmerzen und der Wut in der Y-Halle erzählt, ist das keine gespielte Erinnerung, sondern gelebte Geschichte. Und wenn der Frauenchor – allesamt Töchter jener ersten Gastarbeitergeneration – singt, hallt ihre Stimme wie ein Echo durch fünf Jahrzehnte: laut, stolz und ungebrochen.“

Wir freuen uns sehr über die unglaubliche Resonanz des Publikums und die Rezensionen. Für das Jahr 2026 sind Gastspiele u. a. in Nürnberg, München, Hamburg, Neuss, Stuttgart und Berlin geplant. Außerplanmäßig werden wir ebenfalls neue Vorstellungen in Köln für nächstes Jahr einplanen. An dieser Stelle zitieren wir gerne Helmut Frangenberg wieder:

„Der charismatische Baha Targün ­– toll gespielt vom Schauspieler und Kabarettisten Aydin Isik – wird zu einer tragischen Figur. Andere werden in Deutschland heimisch, finden privates Glück und neue Betätigungsfelder, um sich weiter politisch zu engagieren. (…) Am Schluss dieser prallen Revue fühlt man sich nicht nur musikalisch an das Finale des Musicals „Hair“ erinnert: Der Held ist tot, aber die Freunde singen trotzdem weiter, weil die Hoffnung auf bessere Zeiten bleibt.“