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Das Werktor von Ford in Köln…

… als Ort der Demokratiegeschichte Deutschlands

Der Ford-Streik 1973 ist jetzt ein Ort der Demokratiegeschichte Deutschlands…

Das ist eine klare Antwort an diejenigen, die den legendären Streik von mehreren Tausend Gastarbeitern noch vor wenigen Monaten kriminalisiert und marginalisiert haben. Und darauf sind wir sind stolz.

Als Ergebnis der Entstehung unseres Musicals wird eine Plakette mit der Aufschrift „Ort der Demokratiegeschichte Deutschlands“ an einem der Werktore von Ford in Köln-Niehl angebracht. Im Rahmen der Pressekonferenz zum Musical am 9. Oktober 2025 im Comedia Theater Köln überreichten David Barth und Dr. Kai-Michael Sprenger, der Direktor der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte“, die Plakette an David Lüdtke, den Vertrauenskörperleiter der IG Metall bei Ford Köln. Unter den Anwesenden befanden sich u. a. Seyfo Kurt und Peter Bach, die vor 52 Jahren an dem Streik teilgenommen hatten. Die Stiftung hat ihren Sitz bei der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und ist dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien der Bundesrepublik Deutschland unterstellt.

Hier ist ein Auszug aus der Rede von Dr. Kai-Michael Sprenger:

„Baha und die wilden Siebziger“ bringt diese Geschichte nun mit den Mitteln der Musik, des Theaters und der Erinnerung auf die Bühne. Es zeigt eindrucksvoll, dass Demokratiegeschichte nicht nur in Parlamenten, sondern auch in Werkshallen, Gemeinschaften und Alltagskämpfen geschrieben wird. Und es öffnet den Blick auf die Kraft von Migration als demokratischer Bewegung – auf jene Menschen, die nicht nur Arbeitskräfte, sondern Gestalterinnen und Gestalter unserer Demokratiegeschichte waren. Es zeigt beispielhaft zeigt, wie Migrationsgeschichte und Demokratiegeschichte zusammen gedacht werden können. Denn auf dem Feld der demokratiegeschichtlichen Vermittlung gibt es bislang noch zu wenige Akteurinnen und Akteure, die migrationsgeschichtliche Perspektiven konsequent einbeziehen. (…) In dem Projekt „Baha und die wilden Siebziger“ sehen wir weit mehr als eine künstlerische Inszenierung. Es ist für uns ein Beitrag zu einer dringend notwendigen Erweiterung unseres Blicks auf die jüngere Demokratiegeschichte, weil es ein Ereignis in Erinnerung ruft, das bislang noch zu wenig bekannt ist. (…) Das Musicals schaffte es ein historisches Ereignis, über Musik, Emotion und Gemeinschaft zu erzählen, gleichsam emotionale Zugänge zur Geschichte zu schaffen und zugleich Zeitzeugen, die damals vor Ort dabei waren, in das Projekt einzubeziehen.“

In einem früheren Interview offenbarte der Streikende Peter Bach seinen Wunschtraum: Die Henry-Ford-Straße, die das Ford-Werk durchquert, soll in Baha-Targün-Straße umbenannt werden. Ob sich dieser Wunsch erfüllt, darüber spekulieren wir hier nicht. Wir bedanken uns aber bei der Stiftung „Orte der deutschen Demokratiegeschichte” für die Würdigung des Kampfes migrantischer Arbeiterinnen und Arbeiter in Deutschland für ein menschenwürdiges und demokratisches Leben.