Sanat Band

Die Hard-Core-Multikulti-Rockkapelle vom Rhein

Konsequent mehrsprachig.


Deutsch, Englisch, Jiddisch, Türkisch, Griechisch, Kurdisch und Italienisch.

Konsequent Crossover.


Rock-a-billy, Klezmer, Swing, Italopop, kurdische Govendi und türkische Schnulzen.

Konsequent echt.

Pressetext Sanat Band:

„Musik ist die schönste Sprache der Welt, die jeder sofort versteht. Deshalb sind Musiker auch in allen Teilen der Welt zu Hause und können ihre Geschichten erzählen.“

Mit diesen Worten begann ein Abend mit den Mampen, der Vorformation von Sanat Band. Mampen? Sanat? Mampe halb und halb war ein beliebter Cocktail-Mix aus Bergamotte Likör und Bitterorange, der in den 1930er Jahren in Berlin serviert wurde. Menschen die laut den Rassengesetzen der Nazis als Mischlinge eingestuft wurden, nannten sich selbstironisch „Mampe halb und halb“. Und Sanat heißt Kunst auf Türkisch. Die Musiker:innen der Sanat Band sind gleichzeitig Mitglieder des Sanat-Ensembles. Logisch, oder?

Oder wir versuchen es einmal chronologisch. Treffen sich ein Franke und ein Türke in Köln in den 1980er Jahren und musizieren zusammen. Pointe? Keine Pointe. So begegneten sich Klaus Mages und Nedim Hazar als sie jung waren und „das Geld brauchten“, um es mit den Worten des Rappers Eko Fresh zu sagen, der zu dieser Zeit schon geboren war und nur selten von seinem Vater Hazar gebabysittet wurde. Hazar und Mages waren mit der Ethno-Rock-Band Yarinistan fast immer auf Tour zwischen London und Alma-Ata. Sie sangen sowohl von interkulturellen Liebesabenteuern auf Kölner Gemüsemärkten als auch darüber, wie beschissen es Deutschland gehen könnte, wenn die Türken es nicht putzen würden: „Je, je, je, oh, oh, oh, die Türken sind froh, trinken viel Raki und putzen das Klo“.

Yarinistan gibt es nicht mehr. Die Wege des Franken und des Türken kreuzten sich 2018 erneut, als sie das kurzlebige Mampen ins Leben riefen. Da spielten sie „Bei mir bistu shein“, ein Song der geflüchteten Musiker Scholom Sekunda und Jacob Jacobs sowie „Coconut Woman“ des Menschenrechtsaktivisten Harry Belafonte, Schnulzen des schwulen türkischen Sängers Zeki Müren und eigene Songs nach dem Motto: „Mama ist Latina, Papa aus Nepal, ein Horror für die AfD, wir sind jetzt überall“. Das Mampenprojekt wurde leider Opfer der Pandemie.

Anlässlich des 60sten Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei im Jahr 2021 entstand die Konzertreihe „Deutschlandlieder – Almanya Türküleri“. Eine Rockband, ein Streichquartett und ethnische Instrumentalisten begleiteten genre- und generationenübergreifende Stars der türkischstämmigen Künstlerszene auf begehrte Bühnen in den Großstädten und in Istanbul. Die Mitglieder der Sanat Band waren Teil dieses Ensembles, das das rührende und starke Repertoire der in Deutschland lebenden Türkeistämmigen interpretierte: Lieder von Sehnsucht und vom Ankommen, von Fernweh und von Liebe, vom Kämpfen – und vom Feiern.

2025 inszenierte der Engländer Tony Dunham zusammen mit dem neu gegründeten Sanat-Ensemble das von Hazar geschriebene Musical „Baha und die wilden Siebziger – Ein Musical über den Ford-Streik 1973“. Es folgten ausverkaufte Aufführungen in Köln und vielen anderen deutschen Städten. Die Medien lobten das Stück und die Musik, die einerseits von frühen englischen Rockmusicals wie „Tommy“ von The Who und andererseits von der psychedelischen Musik Istanbuler Rockbands der 1970er Jahre geprägt ist. Auch die deutsche Schlagertradition kommt nicht zu kurz. „Made in Germany“ heißt einer der Musical-Songs, den die Sanat Band ins Repertoire übernahm. In dem Lied geht es um die Konsumgesellschaft, inklusive derer, die kein Schweinefleisch essen.

Sanat Band. Die Musiker:innen des Sanat Ensembles

Die Sanat Band. Die Musiker:innen des Sanat Ensembles. Foto: Helmut Schneider

Theater- und
Musikensemble in Köln